Tränen des Himmels

und Lob der Erde

KONZERT
Gut besuchte Wohltätigkeitsveranstaltung in der Versöhnungskirche.
NRZ vom 24. Januar 2005 KLAUS Hübner

KLEVE. Heiß ging es her am kühlen Sonntagnachmittag in der Klever Versöhnungskirche. Doch waren es weniger die Temperaturen, die in der pro­ppevollen Kirche für eine hitzi­ge Atmosphäre sorgten. Gos­pel- und Popmusik beförderten den Quecksilberanteil eines imaginären Thermometers nach oben. Schon der erste Titel, Michael Jackson „Black Or White", von der Big Band des Konrad-Adenauer-Gym­nasiums und den „Water Bur­gers" gespielt, gab die Richtung der Veranstaltung vor.

Schwarz oder weiß, behinderte oder nicht behinderte Menschen - das Leben braucht Gemeinsamkeiten. Denn das Leben meistern bedeutet für alle Menschen gleichermaßen große Anstrengungen verschie­denster Art. Also zogen eine Menge Leute an dem einen Strang, den der „Verein für Körper- und Mehrfachbehin­derte" aus Bedburg-Hau für das Benefizkonzert gespannt hatte. Damit möglichst viele Men­schen angesprochen werden, lag es nahe, die zupackende, vi­tale und rhythmische Gospel­musik mit außergewöhnlichen Stücken der Rock- und Pop­musik zu verbinden. Die ge­ballte Kraft der KAG-Big Band, des Quartetts „Voices 4 Gospel", der BB-Combo, der Water Burgers sowie der Sängerinnen Sabine Stoffele und Kate Tokar setzten „prodesse et delectare" (Kunst soll nützen und erfreuen'), das Motto des Dichters Horaz, grandios um.

 

Die Organisatorinnen Sigrid Becker-Kumisch, Leiterin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Bedburg-Hau, und Ursula Cornelissen vom Förderverein die­ser Schule fanden in Wilhelm Lascho, ehemaliger Chef des KAG, einen kompetenten Moderator. In Anwesenheit von Dan H. Mylott, Mayor of the City of Fitchburg, dem 1. stell­vertretenden Bürgermeister der Stadt Kleve, Heinz-Joa­chim Schmidt, und Landrat Wolfgang Spreen als Schirm­herr nützte - finanziell gesehen - das Konzert dem Verein. Ein­trittsgelder, Spenden und Sponsorengelder werden für eine Kücheneinrichtung und für den Gemeinschaftsraum des Projektes .,Betreutes Woh­nen" verwendet.

 

Künstlerisch trumpften Mu­siker (dirigiert von Martha Seuken) und Gospelquartett (Mirijam Spicher, Frauke Meesters, Tina van Wickeren, Bruno Metzdorf) gewaltig auf. Der aus persönlicher Erfahrung ent­standene Eric-Clapton-Song „Tears In Heaven" und swin­gende Gospels schufen ein kurzweiliges Programm. Leben aus der Distanz betrachten und neu beginnn heißt tagtägli­cher Kampf. Musik kann dabei hilfreich sein. Wenn die so phantastisch angeboten wird wie durch Kate Tokar mit „Son Of A Preacher Man", wäre ein Schritt zum Ziel gelungen.